Import-Spieler sitzen auf gepackten Koffern

Import-Spieler sitzen auf gepackten KoffernConnor Patterson und Robbie Ingram können es kaum erwarten

Der Kanadier Connor Patterson (21) steht vor seiner ersten Saison bei den Elmshorn Alligators und hätte letzten Dienstag in Hamburg Fuhlsbüttel landen sollen. Am Wochenende steht eigentlich der Saisonstart bei den Seahawks aus Kiel auf dem Programm, aber bekanntermaßen wird daraus nichts, denn die Saison wird erstmal auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Nach seinem erfolgreichen Studium der Betriebswissenschaft mit Schwerpunkt Finanzwesen möchte der Kanadier noch eine Saison Baseball spielen und Europa kennenlernen, bevor der Ernst des Berufslebens startet. Er hat sich Deutschland ausgesucht, weil er bisher nur Gutes von anderen Spielern gehört hat und darüber hinaus die geografische Lage Deutschlands im Herzen Europas und die damit verbundenen kurzen Wege zwischen den Ländern schätzt. Einer seiner besten Freunde heuerte diese Saison bei den Berlin Flamingos in der ersten Bundesliga an und wartet ebenfalls auf die Lockerung der Reiseregelung. „Kanada ist sehr strikt mit dem Lockdown, so dass es derzeit nicht möglich ist ein paar Bälle auf dem Platz zu werfen. Das ist aber absolut nachvollziehbar. Ich habe einen Job bei einem Software Hersteller angenommen und arbeite derzeit im Homeoffice an verschiedenen Projekten der Firma. Ich wünsche mir aber sehr, dass dieser Spuk bald vorbei ist und ich endlich nach Deutschland kommen kann“, so das kanadische Catcher-Talent.

„Mit Connor haben wir im Grunde genommen gerade Glück im Unglück, denn es wäre ja desaströs, wenn er hier bei uns in Quarantäne gemusst hätte. In einem fremden Land ohne Freunde und Familie. Social-Distancing wäre auch schwierig, denn wie soll er seine neuen Team-Kollegen kennenlernen? Training ist ja auch derzeit nicht möglich. Demnach ist es eigentlich gut, dass er noch nicht hier ist“, so Alligators Sprecher Matthias Diekert.

Ähnlich ergeht es derzeit US Werfer Robbie Ingram (27). Der aus Flagstaff/Arizona stammende Werfer wollte schon Mitte März wieder nach Deutschland kommen, aber auch das war bekanntermaßen nicht möglich. Auch er wartet sehnsüchtig auf die Lockerung der Reisebestimmungen um nicht nur seine dritte Saison in Elmshorn zu spielen, sondern vielmehr auch endlich seine deutsche Partnerin wiederzusehen. Seit mehr als 2 Jahren sind die beiden ein Paar, die sich während seines ersten Aufenthalts in Elmshorn kennengelernt haben. Seine Partnerin leistet derzeit als Krankenschwester auf der Intensivstation des Elmshorner Krankenhauses unglaublich wichtige und wertvolle Arbeit. Nicht nur, aber gerade in schweren Zeiten ist es wichtig seinen Partner an seiner Seite wissen zu können, aber dies ist leider derzeit nicht möglich.

„Ich halte mich derzeit alleine fit. Ich nehme meistens einen Behälter voller Bälle mit auf den einsamen Sportplatz und werfe diese gegen einen Zaun. Des Weiteren arbeite ich derzeit als Handwerker und habe ein paar Baustellen bei denen ich u.a. Büros renoviere. Wir sind meistens zu zweit, so dass man problemlos den nötigen Abstand einhalten kann. Der Job ist ok, aber ich möchte vielmehr nach Deutschland zu meiner Freundin. Ich verstehe die Regeln, aber trotzdem prüfe ich jeden Tag wann ich endlich ausreisen bzw. in Deutschland einreisen kann. Eine 14-tägige Quarantäne wäre tatsächlich das kleinste Übel, welches ich sehr gerne in Kauf nehmen würde.“ , so Robbie Ingram.

„Wir stehen mit unseren Import Spielern im regelmäßigen Austausch, denn gerade in diesen Zeiten ist es wichtig Kontakt zu halten. Vor allen Dingen bei Connor sind u.a. Video Calls wichtig, da er ja im Grunde niemanden hier bei uns kennt.“, so Sprecher Matthias Diekert.

Wann die Saison startet steht indessen noch in den Sternen. Die Verbände setzen sich in den nächsten Tagen zusammen und besprechen das weitere Vorgehen.

So ganz geben die Alligators Offiziellen die Hoffnung auf den Home Opener an der Kaltenweide am 17.05.2020 noch nicht auf.