Baseball

Für den gemeinen deutschen Zuschauer ist Baseball eine anfangs schwer zu verstehende Sportart. Man vergleicht Baseball schnell mit der aus der Schulzeit bekannten Disziplin Schlagball.

Baseball wird gespielt von zwei Mannschaften zu je neun Spielern. Die Teams übernehmen abwechselnd die Rolle der angreifenden Schlagmannschaft und der verteidigenden Feldmannschaft. Die Schlagmannschaft hat zu Beginn des Spieles (oder eines Innings, wie ein Spielabschnitt im Baseball bezeichnet wird) nur ihren Schlagmann auf dem Feld. Ein Inning ist beendet, wenn beide Mannschaften einmal in der angreifenden Position waren.

Ziel des Spieles ist es, während sich die eigene Mannschaft in der Angreiferposition befindet, möglichst viele Punkte zu sammeln, in dem die Spieler der eigenen Mannschaft durch „Erobern“ der Male auf dem Spielfeld (Bases) bis zum „Home Plate“ vorrücken, was mit einem Punkt pro Spieler bewertet wird. Die Feldspieler gehen bei Spielbeginn auf ihre Position. Der Beginn jedes Inning ist ein manchmal als „Duell“ bezeichnetes Spiel zwischen dem sogenannten Pitcher (einem Spieler, der auf einem kleinen Hügel steht) und dem Batter (dem Schlagmann, also dem vorerst einzigen Spieler der angreifenden Mannschaft).

Das Duell hat nun einen festgelegten, bestimmten Regeln unterworfenen Ablauf. Der Pitcher hat die Aufgabe, den Ball durch einen Wurf zum Catcher (Fänger) ins Spiel zu bringen. Der Schlagmann hat bei diesem Wurf die Möglichkeit, mittels seines Schlägers dies zu verhindern.

Um dem Schlagmann eine faire Chance zu geben, gibt es die sogenannte Strike Zone, die der Ball passieren muss. Das Duell zwischen Werfer und Schlagmann wird auf verschiedene Arten bewertet. Gelingt es dem Werfer, am Schlagmann vorbei einen Wurf durch die Strike Zone zum Fänger auszuführen, wird dies als „Strike“ gewertet. Dabei ist es irrelevant, ob der Schlagmann einen Schlag ausgeführt hat oder nicht. Ein Strike ist im Prinzip ein Punkt für den Werfer. Fliegt der Ball nach dem Wurf nicht durch die Strike Zone, ist dies eine Regelwidrigkeit des Werfers, die (sofern der Schlagmann auch keinen Schlag ausführt) als „Ball“ gewertet wird. Ein Ball gilt als Strafpunkt für den Werfer (auch wenn man ebenso von einem Punkt für den Schlagmann sprechen könnte).

Das Duell zwischen Batter und Pitcher kann auf unterschiedliche Art und Weise zu Ende gehen. Ein Schlagmann, der vier Balls auf seinem Konto hat, darf ungehindert zum ersten Mal (Base) vorrücken. Hat der Schlagmann dagegen drei Strikes gegen sich, ist er „Aus“ (Out) und muss zurück auf die Spielbank, bis er wieder mit Schlagen an der Reihe ist.

Wirklich baseballtypisches Spiel entsteht allerdings, wenn der Schlagmann den Ball trifft und ins Feld befördert. In diesem Fall muss er versuchen, so schnell wie möglich zum First Base (oder auch weiter) vorzurücken, ehe die Feldmannschaft den Ball dort hin geworfen hat. Erreicht er ein Mal, ehe der Ball da ist, ist er „Safe“. Er ist Aus, wenn der Ball direkt aus der Luft gefangen wird (Fly Out) oder er das anvisierte Mal des Schlagmanns (der jetzt Läufer ist) vor ihm erreicht (sei es das erste oder ein anderes Mal).

Wenn der Batter sicher das Base erreicht hat, tritt der nächste Batter an die Home Plate. Trifft auch dieser den Ball, muß er ebenfalls zum First Base laufen. Sein Vorgänger muss daraufhin das Base freimachen, denn es darf sich immer nur ein Spieler auf einem Mal aufhalten. Aus diesem Grund ist er gezwungen, auf die anderen Bases vorzurücken. Wie weit er es schafft vorzurücken, das hängt von ihm und der Spielsituation ab, denn die Läufer (Runner) sind nur auf den Bases vor den Aktionen der Verteidigung sicher. Sobald ein Runner ein Base verläßt, können die Feldspieler versuchen, ihn mit dem Ball zu berühren (Tag Out) und "Aus" zu machen.

Wenn ein Läufer alle vier Bases passiert hat und die Home Plate erreicht, hat er einen Punkt erspielt. Beim Baseball kann man nur in der angreifenden Position punkten. Daher ist es Ziel der verteidigenden Mannschaft, drei der angreifenden Spieler mit den verschiedenen Möglichkeiten Aus zu machen, da dies das zu einem Parteienwechsel führt.

Baseballpartien bestehen üblicherweise aus neun Innings. Da die Länge eines Innings vom Spielablauf abhängt, gibt es beim Baseball kein Zeitlimit.